Wir sind Meister!

von Yvonne Hardy

Die Trophäe ist ein Glanzstück der Handwerkskunst: Ins Spiel bei der Fertigung des neuen Fussballmeisterschafts-Pokals gelangten sämtliche Verarbeitungstechniken eines Handwerks, das schon Jahrhunderte lang existiert.

 

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Der sechste Pokal in der Geschichte der Swiss Football League: Gefertigt von Meister Silber in Sterlingsilber 925, im Feingoldbad vergoldet, gewichtige 13 Kilogramm schwer, imposante 73 Zentimeter hoch – und zum ersten Mal präsentiert an der SFL Award Night am 1. Februar 2016.

 

Der sechste Pokal in der Geschichte der Swiss Football League: Gefertigt von Meister Silber in Sterlingsilber 925, im Feingoldbad vergoldet, gewichtige 13 Kilogramm schwer, imposante 73 Zentimeter hoch – und zum ersten Mal präsentiert an der SFL Award Night am 1. Februar 2016.

Am Montag, dem 1. Februar 2016, präsentierte die Swiss Football League an ihrer Award Night im «KKL» Luzern – im Beisein der ganzen Schweizer Fussballprominenz – den neuen Fussballmeisterschafts-Pokal. Entworfen und gefertigt wurde er durch die Silberschmiedinnen und      -schmiede im Atelier von Meister Silber in Zürich in wochenlanger, intensiver, kunstvoller Handarbeit. Alles begann bereits im letzten Jahr: Meister Silber erhielt von der Swiss Football League den Auftrag, den neuen Pokal für die künftigen Fussballmeister der Super League zu kreieren und auszuarbeiten. Es war – und ist – für das Unternehmen Meister eine grosse Ehre, diesen Auftrag durchzuführen und die neue Trophäe für die künftigen Fussballmeister zu schaffen. Doch wie sollte er aussehen, der neue Pokal? Das Team um Meister-Silber-Atelierleiter Werner Schlattinger erarbeitete verschiedene Formen und Möglichkeiten – und präsentierte sie Roger Müller, dem Medien- und Marketingverantwortlichen der Swiss Football League. Der Entscheid fürs neue Modell fiel. Und in 920 Arbeitsstunden entstand ein Pokal aus Sterlingsilber 925 – in reiner Handarbeit und vergoldet im Feingoldbad. Die Trophäe wiegt 13 Kilogramm. Sie ragt 73 Zentimeter in die Höhe.

Der Start mit Holz

Ein Holzblock stand am Anfang der aufwändigen Herstellung: Aus einem verleimten, groben Holzkörper entwickelte sich in exakter Drechslerarbeit das perfekte Modell. Es diente dazu, die Wirkung und die Proportionen des erst auf Papier gebrachten Pokals in der Wirklichkeit zu überprüfen. Verwendet wurde unter anderem der Goldene Schnitt – schliesslich sollte das Idealprinzip ästhetischer Proportionierung sichergestellt werden. Nach kleinen Anpassungen kam das eindrucksvolle und definitive Erscheinungsbild des Pokals zum Vorschein. In einem weiteren Drechslerprozess entstand die Kunststoffdrückform. Auf sie wurde später das gerundete Silberblech des Pokals angepasst und gedrückt.

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Die Silberzarge der neuen Trophäe wird von Atelierleiter Werner Schlattinger gedrückt.

 

Endlich Silber

Nun gelangte das Silber zum Einsatz. Das Silberblech wurde rundgewalzt, und daraus entstand die sogenannte Silberzarge. Weil die Maschine dies nicht ermöglicht, wurde sie mit dem Holzhammer von Hand rundgeklopft. Sodann wurde sie mit Draht zusammengehalten und gelötet. Es folgte das Verschmieden der Lötfuge mit dem Hammer sowie das Aufziehen der Silberzarge in alter Technik. Dies resultierte in der oben weiteren und unten engeren Form. Das ständige Glühen der Zarge zwischen den Umformungsprozessen weichte den Körper immer wieder auf. Die Silberzarge wurde danach auf der Drückbank abgestochen, damit sie parallel und rund läuft. Der ganze Körper war wellig. Deshalb wurde er gespannt – also mittels des Hammers in Form gebracht: die kleinen Wellen wurden ausgebessert. Weitere Schritte bestanden im Aussägen, Feilen und Schmirgeln der Formen im Silberblech der äusseren Pokalhülle.

Sogar Zucker wurde verwendet

Aus einem flachen Blech wurden die beiden Zwischenteile der beiden Griffe mit dem Hammer zu einem Rohr rungeschlagen – und danach mit Zuckermasse gefüllt, damit sie beim Hämmern stabil bleiben und sich nicht verformen. Es folgte das Pressen der Griffe und Entfernen des Caramels, das Zusammenlöten und Schleifen der geschmiedeten Mittel- und gegossenen Endteile. Mit Bimssteinpulver und einem Filz wurden die Henkel hernach maschinell geschliffen und darauf den durchbrochenen Körper – den äusseren Teil des Pokals – gelötet.

Goldbad als Abschluss

Die exakte Gravur auf dem Mittelteil des Pokals stellt einen weiteren, wichtigen Arbeitsschritt bei der Herstellung eines Pokals dar: In drei Sprachen wurde in den mittleren Teil der Trophäe «Schweizer Fussball-Meister» graviert. Die einzelnen Stücke des fertig geschmiedeten Pokals wurden elektrolytisch versilbert. So entstand eine homogene Oberfläche. Zum Abschluss wurde der Pokal im Feingoldbad vergoldet.

 

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Das Silberblech wird rundgewalzt. Daraus entsteht die Silberzarg.

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Der ganze Körper ist noch wellig. Deshalb wird er gespannt – also mit dem Hammer in Form gebracht -, und die kleinen Wellen werden ausgebessert.

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Die Silberteile der äusseren Pokalhülle werden ausgesägt, gefeilt und geschmirgelt.

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Der Deckel der inneren Form des Fusses wird gelötet.

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Der Blick ins Pokalinnere offenbart Überraschendes: Ein dreidimensionaler Fussball bildet den Boden.

 

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